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Nico
Gast
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Hallo Chu
Das hast du sehr schön gesagt. Nur frage ich mich: Ist es möglich, nichts zu verändern? Ist es sogar wünschenswert, nichts zu verändern?
Ist das vielleicht WuWei falsch verstanden?
Denn: Alles ändert sich! Nicht ist morgen so wie heute. Und wir sind ein Teil dieses Prozesses.
Natürlich kann man nun sagen: Nichts bewußt ändern!
Aber auch stelle ich die Frage, ob das geht? Schließlich haben wir ein Bewußtsein. Wir können es gar nicht abschalten, dann wären wir nämlich keine Menschen.
Nach meiner Meinung ist WuWei, wenn man nichts "gegen den Strom" tut, so wie A. Watts das sagt und erklärt. Man könnte auch sagen: Nichts gegen die natürlichen Abläufe.
Allerdings wirds hier schon sehr schwierig, denn was sind "natürlich Abläufe"?
WuWei zu erklären ist fast so schwierig, wie das Tao zu erklären. Ich glaube, man kann es gar nicht erklären. Man kann es nur verstehen mit dem Herzen.
Liebe Grüße
Nico
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09.12.2004 23:41 |
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Lü 
Mitglied


Dabei seit: 14.12.2004
Beiträge: 140
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Hi, Chu xue long,
ich denke ich verstehe, was du meinst. Aber es ist wie Nico gesagt hat, schwer zu tun.
Zum Beispiel bedeutet für mich wu wei auch, niemandem zu schaden. Kennt ihr, was die Wicca sagen, tu was du willst und schade niemandem? Das meint: nichts und niemandem. Aber wenn du das einmal wirklich versuchst nur ein Woche lang, siehst du, wie schwer es ist, denn "Niemand" das meint ja allles andere und alle anderen und auch dich selbst!
Aber für mich ist das ein andere Weise, zu sagen, was wu wei ist.
Liebe Grüße
von Lü
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14.12.2004 19:23 |
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Onkel Fidi
Gast
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Chu, du hast eine interessante Aussage gemacht: "ich lebe und sterbe
im leben bin ich im sein und wenn ich sterbe komme ich in meine ursprüngliche tugend ,das nicht sein ,zurück"
Meinst du, dass "Nicht-Sein" die ursprüngliche Tugend ist? Meinst du, dass aus dem Nicht-Sein das Sein entsteht?
LaoTse sagt: "Sein und Nicht-Sein erschaffen
einander"
Also kann es nicht das "ursprüngliche" geben. Beides ist gleich oder beides ist schon immer: Das Sein und das Nicht-Sein.
Das scheint jetzt so, als wären wir vom Thema abgekommen. Aber ich meine, es hat auch mit WuWei zu tun. Denn dieser ewige Wechsel von Sein und Nicht-Sein ist das Tao. Und wenn wir uns diesem ständigen Wechsel hingeben, dann ist dies WuWei. Oder seht ihr das anders?
Lü, niemandem schaden, das geht eigentlich nicht. Denn schon durch unsere Existenz greifen wir überall mit ein. Wir bewirken schon etwas, wenn wir gar nichts tun. Die Wicca-Aussage ist zwar im Prinzip schon richtig. Aber man sollte immer daran denken, dass es eigentlich in dieser absoluten WEise nicht möglich sein kann. Vielleicht sollte man besser sagen: Schade niemandem absichtlich. Oder vielleicht auch: Versuche den Schaden, den du anrichtest, so klein wie möglich zu halten.
Aber bei dieser zweiten Aussage kommen wir schon wieder in einen Problembereich. Denn wer bestimmt, was ein kleienr Schaden und was ein großer Schaden ist?
Ich glaube, bei all diesen Aussagen müssen wir immer ein wenig auf unser Herz hören. Das sagt uns, was richtig und was falsch ist. Aber leider wollen viele Menschen gar nicht darauf achten, weil sie zu egoistisch sind und nur an sich denken wollen. Also sollten wir zuerst unseren Egoismus eindämmen. Und unsere Kinder so erziehen, dass sie keine solchen Super-Egoisten werden, wie wir das leider heute sehr oft sehen.
Liebe Grüße vom alten Onkel Fidi
Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Onkel Fidi am 15.12.2004 00:17.
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15.12.2004 00:11 |
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Lü 
Mitglied


Dabei seit: 14.12.2004
Beiträge: 140
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Hi, liebe alte Onkel Fidi
Das was du sagtst über das Sein und das Nicht-Sein ist, was ich auch sehe, nämlich ein ewige Wechsel. Was würde bedeuten NICHT-SEIN, wenn ich nicht zu gleicher Zeit sage und denke SEIN? Eins ohne das Andere macht keinen Sinn, ist wie zu sagen TAG oder NACHT allein; ich kann nur sehen Tag durch den Abwechsel mit Nacht und den anderen Weg herum. Ich glaube, wenn wir hätten nur TAG, gäbe es gar kein Wort dafür und niemand weiß was das sein soll TAG.
Da hast du auch recht, dass vielleicht nicht geht, niemandem schaden. Aber du hast vergessen, das es ist: Tue was du willst. Das heisst wenn du hast den wirklichen Willen gefunden, nicht deinen Willen sondern Willen des Dao, dann kannst du nicht mehr jemandem schaden. Aber zu diesen Willen kanns du auch sagen, wie du getan hast, es ist Wille des Herzens, und Wille des Herzens ist weise und kennt kein falsche Absicht.
Ich denke auch das das ein Wechsel-Spiel ist: wenn du nur immer versuchst, nicht zu schaden, das ist gut aber ist nicht wu wei, wenn du versuchst, Weg des Herzens zu finden und dein wahre Absicht und Seins-Grund, aber du tust nichts ist auch nicht wu wei; aber wechselt sich beides ab und bedingt sich eines durch anderes und schafft eines das andere, das ist, glaube ich, gute Weg zu wu wei
Liebe Grüße
von Lü
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15.12.2004 08:02 |
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wegerich
Mitglied


Dabei seit: 11.12.2004
Beiträge: 52
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| Zitat: |
| Aber du hast vergessen, das es ist: Tue was du willst. Das heisst wenn du hast den wirklichen Willen gefunden, nicht deinen Willen sondern Willen des Dao, dann kannst du nicht mehr jemandem schaden. Aber zu diesen Willen kanns du auch sagen, wie du getan hast, es ist Wille des Herzens, und Wille des Herzens ist weise und kennt kein falsche Absicht. |
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Ja, Lü, ich denke auch, genau das ist der Punkt. Und genau das ist ja auch Wu Wei: Nicht etwa gar nichts tun, sondern mich dem Strom nicht entgegen stellen, mich dem eigenen Wesen nicht entgegen stellen, im Einklang mit mir und der Welt handeln.
Wer will beurteilen, womit ich jemandem wirklich schade? Vielleicht will ich sogar jemandem schaden und es stellt sich heraus, dass ich ihm damit nütze. Genauso umgekehrt: Es ist immer suspekt, wenn jemand nur das Allerbeste für mich will. Denn woher will er wissen, was das ist? Das kann ziemlich nach hinten los gehen.
Diese Vorstellungen von "gut" und "schlecht", von "nützen" und "schaden" sind hier sehr verwirrend und helfen wohl nicht weiter.
__________________ Logik ist eine Krücke, die sich der menschliche Verstand geschaffen hat, um nicht an den tatsächlichen Dingen zu verzweifeln.
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15.12.2004 11:25 |
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Onkel Fidi
Gast
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Ja, Wegerich, das stimmt. Gut und Böse, Nutzen und Schaden, das sind typisch westliche Denkweisen.
Wie ist das Lü: Ist das in China nicht ganz anders? Oder denkt man da auch immer ob etwas nützlich oder schädlich ist?
Bei uns sind Tiere und Pflanzen so eingeteilt: Nützliche Tiere und schädliche Tiere.
Eine Raupe ist schädlich, weil sie den Kohl frißt. Ein Vogel ist nützlich, weil er die Raupe frißt.
Wie ist das in China?
Liebe Grüße
Fidi
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16.12.2004 06:21 |
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Lü 
Mitglied


Dabei seit: 14.12.2004
Beiträge: 140
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Hi, Onkel Fidi,
wie das ist in China, bin ich immer gefragt, und ich weiß gar nicht so viel, weil ich hab zwar chinesisch family, sind aber schon seit dritte Generation in USA und in Deutschland.
Einteilung in Un-Kraut oder Un-Geziefer glaube ich gibt es nicht. Ist aber nicht so, dass man nichts tut gegen Tiere die Ernte fressen oder Obst. (Es sind ja Chemicalien sehr verbreitet, leider.) Ist aber so, dass es gibt viel mehr Gelassenheit, und wenn jemand hat sein kleine Garten, und die Schnecken und Raupen essen nicht alles sondern nur normal, dann man sie eben lässt mitessen. Ist nicht schädlich nur hungrig
Was mir ist aufgefallen ist, dass es fehlt der Zorn mit welchem Leute in Amerika (sorry, immer falsch geschrieben!) und Deutschland oft haben, fühlt sich niemand persönlich angegriffen, vielleicht bleibt ruhig, oder jammert aber ist nicht böse.
Liebe Grüße
Lü
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16.12.2004 15:35 |
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Onkel Fidi
Gast
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Hallo Lü
Ja, ich glaube, die Gelassenheit ist ein typisches Kennzeichen der östlichen Menschen. Jedenfalls sind die wenigen japanischen und chinesischen Freunde von uns alle sehr ruhig und gelassen und reagieren nicht so überzogen wie wir.
Kommt das nun vom Taoismus oder haben die Chinesen den Taoismus gefunden, weil sie von Natur aus so gelassen sind?
Die entsprechende Frage könnte man auch über die westlichen Kulturen haben: Sind wir so, weil wir Christen sind, oder sind wir Christen, weil wir von Natur aus so pflichtbewußt sind und dualistisch ausgerichtet?
Liebe Grüße
Fidi
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16.12.2004 22:59 |
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| Zitat: |
Original von Onkel Fidi
Hallo Lü
Ja, ich glaube, die Gelassenheit ist ein typisches Kennzeichen der östlichen Menschen. Jedenfalls sind die wenigen japanischen und chinesischen Freunde von uns alle sehr ruhig und gelassen und reagieren nicht so überzogen wie wir.
Kommt das nun vom Taoismus oder haben die Chinesen den Taoismus gefunden, weil sie von Natur aus so gelassen sind?
Fidi |
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Es ist schon etwas komplizierter - z.T. ist das auch ein Wahrnehmungsfehler. Vieles dessen, was wir Westler als Gelassenheit wahrnehmen, hat mehr zu tun mit kultureller Prägung, etwa "das Gesicht wahren". Und Gelassenheit... die Kulturrevolution in China war keine allzu gelassene Angelegenheit, und die Brutalität, mit der manche asiatischen Regimes herrschen und Kriegsparteien kämpfen, ist ebenfalls nicht wirklichr gelassen. Auch ein kleines und gar nicht gelassenes Wort stammt aus Südost Asien: das hübsche Wörtchen AMOK. Psychologisch wird das Amok-laufen mit der Dampfkessel Theorie erklärt: Jemand unterdrückt so lange seine Aggressionen und Frustrationen, um gelassen zu erscheinen, bis er im Sinne des Wortes PLATZT.
S. der Wassermensch (heute mal total gelassen)
__________________ Wirklichkeit ist das, was nicht verschwindet, wenn man aufhört daran zu glauben. (Philip K. Dick)
Fast alles kann toleriert werden - außer Intoleranz (Meister Makani)
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25.01.2005 19:49 |
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Onkel Fidi
Gast
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Hallo Wassermensch
Du gibst ja eine Menge Diskussionsstoff!
Die Frage, ob Menschen von ihrer Rasse her verschieden sind, beschäftigt mich schon seit Jahrzehnten. Leider habe ich bisher noch keine wirklich stichhaltige Antwort bekommen, weder in die eine, noch in die andere Richtung.
Sicherlich ist es richtig, dass die Menschen ganz extrem von ihrer Kultur und Umgebung geprägt werden.
Aber ich habe andere Erfahrungen gemacht, die genau das Gegenteil beweisen.
So erlebe ich immer wieder, dass Maori anders sind als wir. Nein, nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder. Und zwar ganz kleine, fast schon Neugeborene, reagieren anders als wir.
Aber auch innerhalb unserer eigenen Bevölkerung gibt es verschiedene Temperamente, die nach meiner Erfahrung tatsächlich angeboren sind, also genetisch bedingt sind.
Ich habe das Kind einer Freundin vom ersten Tag an beobachtet. Dieses Kind war schon als Säugling extrem ungeduldig und reagierte "ärgerlich" auf alles mögliche. Jetzt ist der Junge 14 Jahre alt und ist immer noch so. Er neigt zu aggressiven Handlungen und Reaktionen. Sein Vater, den ich auch sehr gut kenne, ist ganz ähnlich.
Ein Geschwister, das von einem anderen Mann ist, der sehr ruhig und gelassen ist, ist dagegen anders.
Mein Rückschluss ist nach meinen Beobachtugen:
Die Umgebung prägt, jedoch sind die genetischen Veranlagungen ebenso wichtig.
Und eine bestimmte Rasse hat nun mal ganz bestimmte genetische Veranlagungen. Natürlich nicht alle Menschen gleich, aber doch in der Mehrzahl.
Wir haben neben unseren 4 eigenen Kindern noch eine Adoptivtochter. Diese ist eindeutig anders als die anderen Kinder. Sie hat nicht das, was man als "Familienähnlichkeit" bezeichnet. Nicht nur im Assehen, was ja verständlich ist, sondern auch im Verhalten. Obwohl wir sie ebenso erzogen haben wie die anderen.
Würde mich mal interessieren, wie deine Erfahrungen diesbezüglich aussehen und auch die Erfahrungen anderer hier am Board.
Das ist ein Thema, das mich wirklich brennend interessiert.
Liebe Grüße
Fidi
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26.01.2005 04:37 |
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Onkel Fidi
Gast
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Liebe TaoFreunde
Das Thema, das in den beiden letzten Postings behandelt wurde, hat sich ein wenig vom Thema des Threads entfernt.
Ich habe das letzte Posting deshalb in die Rubrik "Unsere Kulturen" noch einmal kopiert.
LG
Fidi
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26.01.2005 04:40 |
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